Ortsplan von Mauthausen

Mauthausen im Detail

"Mauthausen goes around"

The Pragstein Castle, which was established on a rock island and is separated by a watercourse from the bank, was established by Lasla of Prague in 1491 and can be seen on the coat of arms. The coat of arms shows Pragstein Castle in its original appearance in the municipality colours red-white-blue. Market since 1335, since 1985 partner municipality of the following European municipalities: Prachatice in Bohemia (CZ), Cogollo del Cengio in Venetia (I) Altitude: 243.44 m Area: 13.89 km2 Inhabitants in Sept. 2004: 5.093 Households in Sept. 2004: 2.130 E-mail address: mauthausen@oberoesterreich.at Website: www.mauthausen.at; www.mauthausen.biz; www.mauthausen.info

Ortsplan von Mauthausen

Rundwanderweg Mauthausen

„Mauthausen geht rund“

Auf dem Wappenbild ist das 1491 von Lasla von Prag errichtete Schloss Pragstein zu sehen, das durch einen Wasserarm vom Ufer getrennt war und auf einer Felseninsel errichtet wurde. Das Wappen zeigt Schloss Pragstein in seinem ursprünglichen Aussehen in den Gemeindefarben Rot-Weiß-Blau.

Markt seit 1335, seit 1985 EuropagemeindePartnergemeinden: Prachatice in Böhmen (CZ), Cogollo del Cengio in Venetien (I)Seehöhe: 243,44 mFläche: 13,89 km2Einwohner Sept. 2004: 5.093Haushalte Sept. 2004: 2.130E-Mail Adresse: mauthausen@oberoesterreich.atWebsite: www.mauthausen.at; www.mauthausen.biz; www.mauthausen.info

Geschichte:
Der Ort Mauthausen steht auf altem Siedlungsgebiet, was Funde aus der Jungsteinzeit bezeugen.
Die Bedeutung des Ortes stieg mit den Jahrhunderten, denn hier kreuzten sich zwei Handelswege: Von Westen nach Osten verlief die Donauschiffsroute entlang der alten römischen Reichsgrenze. Von Süden ging die Salz- und Eisenstraße aus, die über die Donaufurt nach Norden Richtung Böhmen und Mähren weiterführte.

Ende des 10. Jh. gründeten die Babenberger hier eine Mautstätte.
Der Ort blühte auf und kam bald zu Reichtum. Hier waren Zollstätte und Warenumschlagplatz und Mauthausen erhielt eine Reihe von Privilegien: eine eigene Marktordnung, Stapelrecht, Straßenzwang und niedere Gerichtsbarkeit.

1189 ließ Kaiser Friedrich I. Barbarossa ganz Mauthausen einäschern, da die Mautstelle auf die Einhebung des Donauzolls von den Kreuzfahrern bestand, obwohl der Babenbergerherzog Leopold V. den Kreuzfahrern die Mautfreiheit zugesichert hatte.

1208 wurde die hier gegründete Siedlung mit dem Namen „Muthusen“ zum ersten Mal erwähnt. Als freier Markt ist Mauthausen erstmalig 1335 im „Baumgartenberger Urbar“ niedergeschrieben.

1424 wurden viele Häuser Mauthausens von den Hussiten zerstört – auch die späteren Glaubenskämpfe des 16. und 17. Jh. haben ihre Spuren hinterlassen.

Der Markt Mauthausen mit all seinen Rechten war immer wieder an die verschiedensten Pfandherren vergeben, bis er schließlich 1490 an Lasla von Prag kam. Dieser ließ auf einer kleinen Felseninsel in der Donau das Schloss Pragstein errichten. 1505 wurde erstmals eine feste Brücke über die Donau geschlagen.

Spuren der Verwüstung hinterließen im 16. und 17. Jh. die Bauernkriege, der Dreißigjährige Krieg und die Türkenkriege. Die günstige Lage an der Donau brachte viele Soldatendurchzüge mit sich.

Der bekannteste Gast Mauthausens war Wolfgang Amadeus Mozart. Der damals 6-jährige war auf der Durchreise nach Wien zum Kaiserhof Maria Theresias als er am 5. Oktober 1762 in Begleitung seiner Familie in Mauthausen Station machte.

Die Franzosenkriege am Beginn des 19. Jh. brachten starke Repressalien unter denen Mauthausen sehr gelitten hat.

Mit der Zeit lösten die Granitsteinbrüche den Salzhandel ab. Viele Steinpflaster, Brücken und Fundamente in Linz, Wien und Budapest erinnern noch heute daran. Bis zu 1.200 Steinarbeiter waren zu Spitzenzeiten im 19. Jh. mit dem Granitabbau in Mauthausen beschäftigt.

Das 20. Jh. brachte vor allem Schrecken und Tod über die Gemeinde. Während des Ersten Weltkrieges befand sich im Osten des Gemeindegebietes ein Kriegsgefangenenlager. Der internationale Soldatenfriedhof erinnert heute noch daran.

Mauthausen ist aber auch untrennbar mit dem Schrecken des Nationalsozialismus verbunden: In den sieben Jahren des Bestehens des Konzentrationslagers Mauthausen (1938 – 1945) wurden in das Konzentrationslager und seine Nebenlager ca. 200.000 Menschen deportiert. Ungefähr die Hälfte von ihnen starb an den Folgen und Qualen der Haft oder wurde ermordet.

Heindlkai:
Früher hieß dieser Kai Johanneskai. Der heutige Name stammt von dem Realitäten- und Steinwerksbesitzer Leopold Heindl. Er war auch Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Mauthausen (1870-1909) und somit einer der geachtetsten Leute im Ort.

Der Rollfähre-Gedenkstein aus Mauthausener Granit im Heindlkai-Park erinnert heute noch an die Bedeutung der Rollfähre. Mit ihr gelangten Menschen und Waren von einem Donauufer zum anderen. Nach dem Neubau der Donaubrücke wurde ihr Betrieb 1961 eingestellt.

Anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen veranstaltete die Marktgemeinde 1995 ein Symposion mit sechs europäischen Bildhauern. Diese schufen Skulpturen, die im Gemeindegebiet von Mauthausen aufgestellt sind. Eine von ihnen – ein Monolith mit Fahrrad – befindet sich auf der Grünfläche am Heindlkai. Das Loch über der Radlenkstange gibt den Blick auf die Donau und den Enns-Donau-Spitz frei.

Schloss Pragstein:
Lasla von Prag bekam 1491 von Kaiser Friedrich III. das Recht, auf einer dem Ufer vorgelagerten Felseninsel in der Donau ein Schloss zu errichten das um 1506 fertiggestellt wurde. Es handelte sich ursprünglich um ein Wasserschloss, das von der Donau umspült wurde. Der Zugang war nur über eine Hängebrücke möglich.

Wenn man die Außenmaße des Schlosses genau betrachtet, erkennt man, dass es an der Westseite zugespitzt ist. Das war bei Hochwasser vor allem in der Winterzeit, wenn Eis auf der Donau trieb, ein großer Vorteil. Der Druck, den das Hochwasser auf das Schloss ausübte, wurde gebrochen und Wasser und Eis wurden seitlich am Schloss vorbeigeleitet.

In der Mitte des 19. Jh. wurde der Donauarm, der das Schloss vom Festland trennte, aufgeschüttet.

Heute sind im Schloss Pragstein das Heimatmuseum und die Landesmusikschule untergebracht. Dazu kommen ein Apotheken- und das Prof. Gerstmayr-Museum (Stahlschnitt) sowie eine Jagdtrophäensammlung. Das Standesamt und einige Veranstaltungsräume befinden sich ebenfalls im Schloss.

Zwischen Schloss und Donau führt die B3 durch. Sie wurde zu Beginn der 1960er Jahre gebaut, um den Verkehr, der früher mitten durch den Ort rollte, aufzunehmen.

Am Nordtor des Schlosses sind heute die Hochwasserstandsmarken angebracht. An der Südseite des Schlosses Pragstein ist das Wappen von Lasla von Prag zu sehen.

Pflasterung gegenüber dem Schloss Pragstein:
Einen Blick sollte man auf die Steinpflaster der Gasse gegenüber dem Nordportal des Schlosses werfen. Sie wirken in der Mitte durchgeschnitten. Diese Pflastersteine waren ursprünglich am Salzberg (heute Kirchenberg) verlegt. Der Spalt in der Mitte der Pflastersteine gab den Pferden Halt auf ihrem steilen Weg bergauf.

Johannes Nepomuk Statue:
Die Johannes Nepomuk Statue befindet sich in der Nähe der Volksschule.
Die Überlieferung berichtet, dass die Königin von Böhmen Johannes, der 1398 Generalvikar der Diözese Prag wurde, zu ihrem Beichtvater wählte. König Wenzel IV. wollte Johannes zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen. Als er sich weigerte, wurde er gefoltert und in die Moldau geworfen. Durch ein Wunder – angeblich hatte die Königin eine Erscheinung von fünf Sternen, die den Fundort offenbarten - wurde der Tote geborgen.
Der Leichnam wurde im Prager Veitsdom bestattet und schon bald als Märtyrer verehrt. 1719 fand man bei der Öffnung des Grabes Gebeine und Zunge unversehrt. Johannes Nepomuk gilt als Patron der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Brücken, Müller und des Beichtgeheimnisses; außerdem hilft Johannes Nepomuk bei allen Wassergefahren und steht für Verschwiegenheit.
Die Heiligenstatue hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Hergestellt wurde sie 1730 und dann auf dem Salzplatz als Beschützer der Salzschiffer aufgestellt. 1941 tat man die Statue als „wertlosen Betonguss“ ab und sie wurde abgerissen. Allerdings gelang es dem Ehepaar Ilsa und Anton Poschacher sie vor der völligen Zerstörung zu retten, bis sie dann 1954 an der heutigen Stelle wieder aufgestellt wurde.

Volksschule:
Die im Stil der Gründerzeit errichtete Volksschule fällt vor allem durch die Uhr im Ziergiebel auf.
1892 schenkte Anton Poschacher der Marktgemeinde Mauthausen den „Fröschl-Garten“, damit hier eine neue Volksschule errichtet werden konnte. Bereits zwei Jahre danach wurde die Schule feierlich eröffnet. Der Ziergiebel mitsamt der Uhr wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen. Erst anlässlich des Dachbodenausbaues im Jahr 2000 wurde er wieder errichtet und mit einer neuen Uhr versehen.

Rathaus:
Das Gebäude wurde 1901 als Sparkassengebäude errichtet. Heute dient es als Rathaus der Marktgemeinde Mauthausen. Gut sichtbar ist auf der rechten Hausseite das alte Wappen der Marktgemeinde mit Herzogshut und Bindenschild über dem Schloss Pragstein.

Marktbrunnen:
In der Mitte des Marktplatzes steht der achteckige Marktbrunnen, an dem die Jahreszahlen 1607 und 1716 angebracht sind. Der Brunnen war schon immer ein beliebter Treffpunkt der Mauthausener.
An der südlichen Seite des Brunnens befindet sich ein Becken mit Trinkwasser. Auch heute noch lädt der Brunnen im Zentrum des Marktplatzes zu einer gemütlichen Rast ein.
Beidseitig des Brunnens pflanzte man am Ende des 19. Jh. Platanen. Die eindrucksvollen Bäume - mit einem Stammumfang von ca. 4 ½ m und einer Höhe von ca. 25 m - stehen seit 1984 unter Naturschutz.

Pranger:
Am östlichen Ende des Marktplatzes steht unübersehbar der alte Pranger. Dieser trägt die eingemeißelte Jahreszahl 1583 und war im 16. und 17. Jh. das Symbol der niederen Gerichtsbarkeit. Der Pranger wurde auch Schandsäule genannt. Jeder, der hier stehen musste, hatte nicht nur den Spott des gesamten Marktes zu ertragen sondern auch die Schande.
Wer zum Pranger verurteilt wurde, hatte sich für Falschspielerei, Diebstahl, Rauferei oder Ähnliches zu verantworten. Aber auch zänkische Frauen und Tratschweiber wurden an den Pranger gestellt, mit Halseisen und Fußfesseln an diesen gekettet, sodass ein Entkommen beinahe unmöglich war.
Um 1800 wurde er abgetragen, da diese Art des Strafvollzuges nicht mehr angewendet wurde. Von 1905 bis 1936 stellte man den Pranger neben der Heinrichskirche auf und erst um 1936 fand er seinen heutigen Platz.
An den vier Seiten des Prangers sind Zeichen zu sehen, die auf die diversen Delikte hinweisen.

Pfarrkirche zum hl. Nikolaus:
Die Pfarrkirche zum hl. Nikolaus erreicht man am besten über die kleine oder untere Kirchenstiege. Die Stiege mit ihren reichverzierten Anfängersteinen ist besonders sehenswert. Von hier aus genießt man auch einen einmaligen Blick über den Markt Mauthausen und die Donau.

Der Eingang der Kirche befindet sich heute auf der Nordseite.
Genaue Angaben aus der Frühzeit der Kirche fehlen. Bei Grabungen wurden Reste eines Turmes und eines hochromanischen Kirchenbaues aus der Zeit um 1200 gefunden.
Die spätgotische Kirche stammt aus der Mitte des15. Jh. Im 17. und 18. Jh. erfolgte die barocke Umgestaltung. In dieser Zeit wurden auch die Altarblätter des berühmten Barockmalers Johann Martin Schmidt, genannt Kremser Schmidt, angeschafft.
Der weithin sichtbare Kirchturm der Mauthausener Pfarrkirche zum hl. Nikolaus stammt aus den ersten Jahren des 20. Jh. Man entschied sich damals, anstelle des barocken Helms einen neugotischen Spitzhelm anzubringen.
Seit 2001 zieren ein neuer Altar und ein Ambo die Pfarrkirche zum hl. Nikolaus.
Eine „Licht-Stiege“ an der inneren Südwand bildet eine Gedankenbrücke zu den Geschehnissen im Gemeindegebiet von Mauthausen während der Zeit des Nationalsozialismus.
An der Westseite befindet sich ein Rundfenster mit dem St. Florianer Tatzenkreuz, das auf die Zugehörigkeit der Pfarre Mauthausen zum Stift St. Florian hinweist.

Karner:
Der achteckige Bau aus dem 13. Jh. steht inmitten des ehemaligen Gemeindefriedhofes. Er ist der hl. Barbara, die auch die Patronin der Sterbenden ist, geweiht. Vermutlich war sie als Holzfigur oder in einem Gemälde dargestellt. Beachtenswert sind die Fresken, die um 1260 entstanden sind und 1907 wiederentdeckt wurden.
Am Triumphbogen sind sechs Medaillons mit Tauben und am Scheitel ist ein Medaillon mit dem Lamm Gottes zu sehen. Dafür finden sich verschiedene Deutungen: z.B. Sieben Sakramente, Sieben Gaben des hl. Geistes etc.
Das Untergeschoss diente als Beinhaus (Karner). War der Platz am Friedhof zu eng, bettete man die Knochen der alten aufgelassenen Gräber in das Beinhaus um.
Die Kapelle dient heute als Aussegnungskapelle bei Begräbnissen.

Kirchenberg – früher Salzberg:
Über den heutigen Kirchenberg führte in früherer Zeit der Salztransport. Das Salz kam aus dem Salzkammergut und wurde dann in Enns und Mauthausen zwischengelagert.

Etwa in der Mitte des Kirchenberges findet sich auf der südwestlichen Seite der alte Salzturm, der als Wachturm diente. Der steile Salzberg wurde von Pferdetransporten befahren. Damit die Tiere auf dem glatten Pflaster nicht ausrutschten, waren die Pflastersteine in der Mitte geteilt, sodass die Hufe der Pferde Halt finden konnten. Diese besondere Pflasterung verschwand mit zunehmendem Autoverkehr und wurde gegenüber dem Schloss Pragstein neu verlegt.

Die alte Salzstraße gilt auch als eine der ersten Straßen Österreichs mit „Ampelregelung“; der Verkehr wurde vom Salzturm aus geregelt. Wenn vom Turm die weiße Fahne wehte, hatten die am Fuße des Berges wartenden Salzfuhrwerke freie Fahrt. War aber die rote Fahne zu sehen, mussten sie halten. Diese „Ampel“ war bis ins 17. Jh. gebräuchlich.

Schindta-Burg:
Dieses Haus wurde vom Zahnarzt Dr. Josef Königshofer 1973 gekauft und umgestaltet. An der Ostseite ist in großen Buchstaben „Schindta Burg“ zu lesen und sie zeigt ein Selbstportrait des Zahnarztes. Der Name „Schindta Burg“ soll den Eintretenden auf humorvolle Art und Weise auf eventuelle Schmerzen bei der Zahnbehandlung hinweisen.

Villa Poschacher:
Die Villa wurde im Jahr 1903 errichtet und sie ist auch heute noch in Privatbesitz.

Die Familie Poschacher ist untrennbar mit dem Markt Mauthausen verbunden.
Anton Poschacher gründete 1839 die Granitwerke in Mauthausen. Mitte des 19. Jh. war die Familie Poschacher fest in das Wirtschaftsleben des Marktes integriert. 1876 übernahm der Sohn Anton als Alleineigentümer das größte Granitunternehmen der österreichisch-ungarischen Monarchie mit mehreren Steinbrüchen. Ein neuer wirtschaftlicher Höhepunkt in der Geschichte Mauthausens begann. Viele der bekannten Ringstraßenbauten in Wien, der Linzer Dom, Repräsentationsgebäude im gesamten Gebiet der Monarchie sowie sieben Donaubrücken wurden mit Poschacher Granit gebaut. Anton Poschacher schuf aber auch Werksunterkünfte, eine Pensionsvorsorge und weitere soziale Maßnahmen für seine Mitarbeiter.
Am 26. Februar 1904 stattete Anton Poschacher den Steinzillen, die am Donauufer verankert waren, einen Kontrollbesuch ab. Dabei fiel er in die Donau und ertrank. Die Suche nach seinem Leichnam blieb vorerst ergebnislos. Auf Grund eines Traumes gab der Hausknecht Wassili einen Hinweis, wo der Leichnam zu finden sei. Tatsächlich wurde dieser nach drei Tagen an der ihm im Traum angezeigten Stelle gefunden.

Sieghart-Haus:
Im Haus gegenüber der Heinrichskirche waren bis vor 200 Jahren Pferdeställe untergebracht. Die Pferde wurden als Wechselpferde für den Schiffszug benötigt, d.h. sie hatten die Schiffe flussaufwärts zu ziehen. Wenn man in den Hof hineinsieht, erinnert ein Pferdekopf an die Ställe.

Heinrichskirche:
Der Sage nach soll Kaiser Heinrich II. „der Heilige“ (973-1024) Gründer der Heinrichskirche sein. Zum Eingang der Heinrichskirche führen heute einige Stufen hinab, da das Donauufer später angehoben wurde. Gleich neben der Kirche befand sich ein Friedhof, auf dem die Ertrunkenen, Angeschwemmten und „Armen“ beerdigt wurden. Es passierte oft, dass Seeleute in der Donau ertranken. Lange Zeit war es die Regel, dass Flößer und Schiffer Nichtschwimmer sein mussten, um so bei Gefahr ihre Waren nicht im Stich zu lassen.
An der Stelle des ehemaligen Friedhofes befindet sich heute eine Grünfläche. Hier stand von 1905 bis 1936 der Pranger, der heute am Marktplatz zu sehen ist.

1694 fand ein Fischer in der Ennsmündung eine angeschwemmte Marienstatue, welche nach ihrer Restauration in der Heinrichskirche aufgestellt wurde. Allmählich entwickelte sich hier eine Wallfahrtsstätte. Die Kirche wurde zur „Wallfahrtskirche Maria Trost“. Am 5. Oktober 1732 wohnte Kaiser Karl VI., Vater von Maria Theresia, einer Messe in der Heinrichskirche bei.
1786 wurde die Kirche unter Kaiser Joseph II. gesperrt, da „eine Messe auch in der Pfarrkirche gehalten werden kann“. Der Protest der Mauthausener war allerdings so groß, dass die Kirche 1787 wieder geöffnet werden musste!

Große Bedeutung hatte die Heinrichskirche auch für die Salzhändler. Im 18. Jh. befand sich die Salzschifflände neben der Heinrichskirche. Anfang März, wenn die Donau bereits eisfrei war, wurden Messen zur sicheren Beförderung des Salzes gestiftet. Der Ruf der Kirche ging bis über die Grenzen hinaus. Immer wieder gab es Wallfahrten und Stiftsprozessionen von Passau nach Mauthausen. Die Heinrichskirche zählte durch die Einnahmen aus den Wallfahrten zu den reichsten Kirchen im Machland.

Am Ende des 19. Jh. war die Heinrichskirche bereits so baufällig, dass man das Langhaus abtrug und den gotischen Chorraum sanierte. Von der ursprünglichen Bausubstanz ist heute nur mehr der Ostchor vorhanden.
Die verehrte Marienstatue wurde 1892 in die Pfarrkirche hl. Nikolaus übertragen, wo sie auch heute noch zu sehen ist.

Strommeisterhaus:
Sehenswert sind die spätgotischen Fenstereinrahmungen und die Kratzputzmalereien von 1562. Bemerkenswert ist auch die Abbildung eines Riesenhechtes an der südlichen Hausfassade, der angeblich 1787 nach dem Abfließen eines Hochwassers an Land liegen geblieben war.
Die Strommeister waren verantwortlich für die Donauschiffe und zuständig bei allen Problemen auf dem Wasser.

Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die granitenen Hochwassermarken. Hier fällt auf, dass es besonders oft Hochwasser während der Wintermonate gab. Diese waren bedrohlicher, da hier noch die Gefahr der Eisstöße dazukam. Das Eis, das die Donau während des Winters führte, konnte große Schäden an den Häusern anrichten.
Der bisher höchste Wasserstand stammt vom 11. Juli 1954 und der älteste gemessene vom 27. Jänner 1682.
Das Haus beherbergte früher das Gasthaus zum blauen Hecht.

Gasthaus Wedl:
Dieses Haus befindet sich ebenfalls im Besitz von Dr. Josef Königshofer. Er kaufte das ehemalige Gasthaus Wedl 1984, renovierte es und nahm eine völlige Umgestaltung der Fassade vor. Wasser- und Fruchtschalenträger umrahmen den Eingang zum heutigen Cafehaus – sie sind Figuren am Babenberger Dom nachempfunden. Von der obersten Stelle der Fassade grüßt der hl. Nikolaus die vorbeiziehenden Donauschiffe.

Engste Gasse Mauthausens:
Eine kleine, schmale Gasse führt zwischen dem ehemaligen Gasthaus Wedl und dem Lebzelter Haus hinauf zur Marktstraße. Diese Gässchen ist nur ca. 70 cm breit und diente in früherer Zeit auch als Fluchtweg bei steigendem Wasser. Durch sie konnten die Mauthausener bei Hochwasser ihren Besitz in Sicherheit bringen und mussten nicht immer mit ihren ganzen Habseligkeiten den langen Kai entlang laufen.

Lebzelter Haus:
Das Lebzelterhaus ist eines der ältesten Häuser Mauthausens. Beachtenswert sind der Breiterker an der linken Seite und der Runderker an der rechten Seite des Hauses. In der Mitte der Fassade befindet sich über dem ersten Stock eine Nische, mit einer lebensgroßen Maria Immaculata Statue.

Lebkuchen ist eine uralte Spezialität. Man verwendete dabei die auch heute noch üblichen Grundzutaten Honig, Roggenmehl, Nüsse, Früchte und Gewürze. Dann wurde der Lebkuchen in kunstvoll geschnitzten Holzmodeln gebacken. Solche Model gab es für die verschiedensten kirchlichen und weltlichen Anlässe. Als Vorlage dienten den Modelstechern die alltägliche Lebensweise sowie Glaube und Aberglaube der Bevölkerung.
In den Lebzeltereien wurde der Honig für die Produktion selbst erzeugt, das dabei anfallende Nebenprodukt Wachs wurde dann zu Kerzen weiterverarbeitet.

Seyerhaus:
Dieses Haus zählt ebenfalls zu den schönsten Häusern Mauthausens und besitzt eine wechselvolle Baugeschichte. Das Haus stammt aus dem 15. Jh. und ist im Kern gotisch. Die beiden Erker über dem Eingang und an der rechten Hausseite stammen aus der Renaissancezeit. Die Barockfassade wurde 1736 gestaltet. Beachtenswert ist das Steinmetzzeichen an der Unterseite der Fensterbank an der Ostseite des Hauses. Solche Zeichen durften nur jene Steinmetze führen, die nach 6jähriger Lehrzeit freigesprochen wurden. Es war also ein Ehrenzeichen und wurde vom Meister verliehen. Diese Kennzeichnung diente auch zur Abrechnung mit den Auftraggebern, da jeder Steinmetz die von ihm bearbeiteten Steine mit seinem persönlichen Zeichen versah.
Gut zu erkennen ist der Radabweiser an der rechten unteren Hausecke. Radabweiser wurden angebracht, um die eisenbeschlagenen Räder der Pferde- und Ochsenwagen so weit vom Haus abzudrücken, dass die Hausmauern nicht beschädigt wurden.

Donau:
Die Donau gilt als der wichtigste Fluss Europas. Mit ihrem natürlichen Zugang zum Schwarzen Meer und der Verbindung zur Nordsee durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist die wirtschaftliche Bedeutung der Donau unbestritten.
Das einzigartige an der Donau ist ihre Kilometrierung: Kilometer 0 liegt an der Mündung ins Schwarze Meer beim Leuchtturm von Sulina, ab hier wird aufsteigend gezählt. Stromkilometer 2884, also der Ursprung der Donau, liegt in Donaueschingen im Schwarzwald.
Mauthausen liegt am Stromkilometer 2112,0.